03.10.2014-31.05.2015: Zwischen Blauhemd und Bluejeans - Jeans in der DDR

„Jeans sind eine Einstellung und keine Hosen!“ Das fand nicht nur Edgar Wibeau, Protagonist aus den „Neuen Leiden des jungen W.“. Zahlreiche Jugendliche in der DDR sahen das genauso. Jeans waren für Sie ein mühsam ergattertes Stück Westen, eine Kultklamotte oder gar die „edelsten Hosen der Welt“. Nicht so für die Staatsführung der DDR: Die SED beäugte das westliche Modeelement lange kritisch. Wer Jeans trug, war in ihren Augen Klassenfeind und hatte zuweilen mit Schikanen und Sanktionen zu kämpfen. „Kein Einlass in Nietenhosen“ hieß es in Tanzlokalen oder in der Schule. Doch allen Verboten zum Trotz bahnte sich die Jeansmode beständig ihren Weg in die DDR-Bekleidungskultur: Ob im Westpaket, auf dem Schwarzmarkt, selbstgeschneidert oder als vietnamesisches Plagiat - die Jeans war nicht mehr aufzuhalten.

Anlässlich des 25. Jubiläums des Mauerfalls präsentiert das Levi Strauss Museum Buttenheim die Ausstellung „Zwischen Blauhemd und Bluejeans - Jeans in der DDR“. Die Schau erzählt die wechselvolle Geschichte der Denim-Hose im sozialistischen Teil Deutschlands - von der anfänglich verpönten und verbotenen West-Erfindung, hin zum tausendfach als „Shanty“, „Boxer“ und „Goldfuchs“ hergestellten Ostprodukt. Der Blick in 40 Jahre DDR-Geschichte zeigt die Nietenhose in zahlreichen Facetten: als politisches Statement, als kapitalistische „Unkultur“, als heiß begehrte Mangelware und teuer gehandeltes Schmuggelgut, als Sehnsuchts- und Identifikationsobjekt - und nicht zuletzt: als viel geliebte Alltagskleidung.

Wir bedanken uns für die Förderung bei: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Bezirk Oberfranken, Kulturstiftung der Sparkasse Bamberg